Völlig enthemmte Gewaltszenen in Frankfurt (Oder): Mehrere Jugendliche haben vor einem Schulgebäude der Stadt auf einen Schüler eingetreten und ihn geschlagen. „Der Junge wies Gesichtsverletzungen auf“, schreibt ein Sprecher der Polizei. Demnach ereignete sich der Angriff bereits am Mittwoch. Ein Video, das den Vorfall zeigen soll, kursiert aktuell bei X. Mehrere AfD‑Politiker verbreiteten es, aber auch der Islamexperte Ahmad Mansour. Aktuell ermittelt die Polizei nach eigenen Angaben gegen zehn Tatverdächtige. Bei ihnen handelt es sich um Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 13 und 15 Jahren, die deutscher, polnischer, russischer und syrischer Nationalität sind. Ihnen werden gefährliche Körperverletzung und Raub vorgeworfen. In dem Video, das auch der Polizei vorliegt, sind etwa zehn Jugendliche zu sehen, die einen anderen Jungen zunächst bedrängen und dann auf ihn einschlagen und treten, auch gegen den Kopf. Die Jungen sind zumeist dunkelhaarig und in Schwarz gekleidet, ihr Opfer ist groß gewachsen und blond. Auch als der wehrlose Jugendliche zu Boden geht, lassen die Angreifer nicht von ihm ab. Die Polizei hält das Video für authentisch. Die Beamten bitten, die Aufnahmen nicht zu teilen. Laut „Märkische Allgemeine Zeitung“ (MAZ) (verlinkt auf https://www.moz.de/lokales/frankfurt-oder/gewalt-in-frankfurt-oder-jugendlicher-vor-oberschule-verpruegelt-tat-gefilmt-79573996.html) kursierte die Aufnahme zunächst bei Facebook. Der Zeitung zufolge erklärte der Schulleiter der betroffenen Kleist-Oberschule, dass die Angreifer, die auf dem Handy-Video zu sehen sind, keine Schüler der Einrichtung seien. Eine weitere, nahe gelegene Oberschule (Ulrich-Hutten-Oberschule) gab auf Nachfrage der Zeitung kein Statement ab. Dem Medienbericht zufolge gab es dort jedoch in dieser Woche einen Polizeieinsatz. Die örtliche Polizei bestätigte auf Nachfrage der „MAZ“, dass ein Oberschüler am Mittwoch Anzeige wegen Körperverletzung erstattet hatte. Der anschließende Polizeieinsatz habe demnach mit der Attacke vor der Kleist-Schule zu tun. Minister Wilke zeigt sich „erschüttert“ Angesichts dieses Gewaltexzesses plant die Polizei, sich nun mit der Stadt, dem Schulamt und „weiteren Partnern“ zusammenzusetzen. „Bei diesen Sicherheitsgesprächen wird es um die aktuelle Lage, konkrete Handlungsmöglichkeiten und die weitere Zusammenarbeit der beteiligten Stellen gehen.“ Brandenburgs Sozialminister René Wilke äußerte sich bei Instagram (verlinkt auf https://www.instagram.com/rene.wilke/?hl=de) : Er sei „erschüttert“, so der SPD-Politiker, der selbst gebürtiger Frankfurter ist und vor seinem Ministeramt langjähriger Bürgermeister der Oder-Metropole war. „Der brutale Angriff auf einen Jugendlichen vor einer Schule in meiner Heimatstadt macht mich betroffen und wütend.“ Er und Innenminister Jan Redmann (CDU) hätten darüber bereits gesprochen, auch die Stadtverwaltung sei einbezogen. Wilke versprach ein hartes Durchgreifen der Behörden und brachte auch Abschiebungen und die mögliche Aberkennung eines Schutzstatus ins Gespräch. „Erste, für alle sichtbare Maßnahmen wurden heute bereits durch die Polizei ergriffen, weitere werden folgen. Nicht über alle können wir öffentlich sprechen“, schreibt der SPD‑Politiker. „Klar ist: Wer solche Gewalttaten begeht, muss zur Verantwortung gezogen werden. Und meine Haltung war, ist und bleibt: Wer für Unsicherheit in unserem Land sorgt, kann sich nicht auf die Unsicherheit in seinem Herkunftsland berufen. Deshalb gehört hier, wie auch bei den kürzlichen Fällen in Potsdam, dazu, die neuen rechtlichen Möglichkeiten zur Aberkennung eines Schutzstatus und zur Aufenthaltsbeendigung konsequent auszuschöpfen.“ Wilke endet mit einem Appell: „Niemand schaut weg. Ganz im Gegenteil. Alle schauen genau hin. Und das sollten die Täter auch wissen.“ Zuletzt hatte es auch in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam mehrere Gewaltausbrüche gegeben, WELT berichtete (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/berlin/article6acb7d3a44e61ce244fcd71c/erneut-stoeren-jugendliche-geburtstagsfeier-in-potsdam.html) . Nach den Vorfällen – die Opfer waren zumeist Jugendliche und Studenten – hat die Polizei eine Ermittlungsgruppe eingesetzt. Die Stadt Potsdam richtete eine Taskforce Jugendgewalt ein. (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/berlin/article6ace80caa3d42c2e8cd52ed6/taskforce-nach-ueberfaellen-von-jugendlichen-in-potsdam.html) Seit 2024 seien laut Innenminister Jan Redmann (CDU) vermehrt migrantisch geprägte Jugendgruppen in Potsdam polizeilich auffällig. Unter den Tatverdächtigen seien auch syrische Staatsangehörige. Der CDU-Politiker hatte in Interviews (verlinkt auf https://www.radioeins.de/programm/sendungen/der_schoene_morgen/_/jugendgewalt-in-potsdam-jan-redmann.html) deshalb bereits Rückführungen nach Syrien ins Gespräch gebracht.